Meinungen

Grußwort Joachim Herrmann, Der Bayerische Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr

Liebe Eheleute und Liebende, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Marriage Week 2021!

„Die Ehe ist ein Bauwerk, das jeden Tag neu errichtet werden muß.“ Mit diesem Aphorismus hat der französische Schriftsteller André Maurois das komplexe We sen der Ehe vortrefflich auf den Punkt gebracht. Denn die Liebe strebt zwar nach Dauer und diese unbedingte Absicht haben Sie auch mit Ihrem Ja-Wort fest unter- mauert. Doch die Widrigkeiten des Alltags, denen Paare auf ihrem gemeinsamen Lebensweg ausgesetzt sind, machen es für sie nicht immer einfach, ihre Partner- schaft gut, für beide zufriedenstellend und immer wieder beglückend miteinander zu leben. Das Zusammenleben mit dem Lieblingsmenschen ist immer mit Höhen und Tiefen verbunden und bringt unweigerlich Enttäuschungen mit sich. Nicht um- sonst heißt es bereits beim Eheversprechen „in guten wie in schlechten Zeiten“.

Dass es keine leichte Aufgabe ist, unser Lippenbekenntnis auch im Leben erfahr- bar und spürbar werden zu lassen und es dauerhaft in die Zeit und den Alltag zu übersetzen, führt uns aktuell ganz besonders deutlich die Corona-Krise vor Augen. Sie hat Auswirkungen auf alle Lebenslagen und stellt auch Paare vor große Her- ausforderungen. Die mit der Pandemie verbundenen Ängste und Sorgen sowie der gemeinsame Umgang damit, aber auch die durch sie verursachte Zwangs- nähe werden für einige Partnerschaften zum Belastungstest. Laut einer repräsen- tativen Umfrage könnten sich als Folge der Pandemie in Deutschland sogar fünf- mal mehr Ehepaare scheiden lassen.

Doch ist eine Ehe keine schicksalhafte Verbindung, die uns einfach aufgesetzt ist und deren Entwicklung wir nicht beeinflussen können. Eine gelingende Ehe ist

keine Selbstverständlichkeit, sondern bedeutet auch Arbeit. Sie benötigt stets Auf- merksamkeit und Pflege, damit der Bund fürs Leben wirklich dauerhaft halten kann. Man muss sich daher immer wieder aufs Neue auf den Partner mit all sei- nen Ecken und Kanten einlassen und ihn bewusst annehmen.

Und genau hier setzt auch die Marriage Week an. Sie ermahnt uns, dass wir die Qualität unserer Ehe nicht dem Zufall überlassen sollen und gibt Verheirateten wertvolle Impulse, in die eigene Beziehung zu investieren, sich gegenseitig anzu- nehmen und die Liebe lebendig zu halten. Damit schafft sie nicht zuletzt auch eine Grundlage für eine starke Gesellschaft! Denn verheiratete Paare, die an ihrer Ehe arbeiten, bleiben eher zusammen und wachsen zu stabilen Familien. Und diese sind wiederum die Wiege für glücklichere Kinder und Erwachsene und damit für eine glücklichere Gemeinschaft.

Ich danke daher den Veranstaltern aufs Herzlichste, dass sie auch in der aktuell nicht einfachen Zeit Paaren mit ihren Aktionen Hilfe und Zuwendung für eine gelingende Ehe anbieten.

Joachim Herrmann
Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Mitglied des Bayerischen Landtags