Meinungen

Dr. Robert Zollitsch - Erzbischof von Freiburg

Wenn es in der öffentlichen Diskussion in unserem Land um das Thema von „Ehe und Familie" geht, dann geschieht dies häufig unter negativen Vorzeichen. „Die Scheidungsraten sind zu hoch", „es ist schwierig Familienplanung und Beruf unter einen Hut zu bekommen", „Kinder stellen ein Armutsrisiko dar", so ist es oft zu hören. Und in der Tat sind das Probleme, die angegangen werden müssen. Viel zu selten wird allerdings dargestellt, dass sehr viele Ehen auch dauerhaft bestehen bleiben und die Ehepartner glücklich sind; viel zu selten wird hervorgehoben, dass Kinder ein Geschenk und eine Bereicherung für das Zusammenleben in der Familie darstellen. Deshalb ist es wichtig, den negativen Meldungen, die positiven Erfahrungen von Ehe und Familie gegenüber zu stellen; zu zeigen, dass es in unseren Familien viel Gutes gibt, über das zu berichten sich lohnt! In Familien lernen Kinder Sozialverhalten, in Familien werden Werte gelebt und eingeübt, hier wird der Grundstein für das Zusammenleben in der Gesellschaft gelegt. Eine starke Familie ist deshalb der Schlüssel zu einer starken Gesellschaft! Auch den Zugang zum Glauben finden Kinder in der Familie, wenn miteinander gebetet wird und die großen kirchlichen Feste gemeinsam vorbereitet und gefeiert werden. Papst Johannes Paul II. sprach deshalb immer wieder von der Familie als „Hauskirche", die eine Keimzelle der Kirche darstellt und das Fundament des Glaubens ist. Deshalb freut es mich, dass nun bereits zum zweiten Mal – nach dem erfolgreichen Start vor über 10 Jahren in England – in unserem Land in ökumenischer Zusammenarbeit die „Marriage-Week" stattfindet, in der Ehepaare rund um den Valentinstag Impulse erhalten, die ihr Miteinander in Ehe und Familie beleben und sie im Glauben stärken. Denn es kommt darauf an, positive Zeichen zu setzen, und diejenigen zu unterstützen, die in großer Treue ihr Eheversprechen leben. Dafür bin ich den Veranstaltern der „Marriage-Week" dankbar. Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass dieser Einsatz für Ehe und Familie in ökumenischer Verbundenheit geschehen kann. Für die zahlreichen Veranstaltungen in unserm Land wünsche ich Ihnen Gottes Segen und hoffe, dass Sie das große Echo erhalten, das Sie verdienen. Denn durch Ihr Engagement zeigen sie, dass Ehe und Familie auch heute aktuell und mit großem Abstand die beliebteste Form des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft sind.